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Im Alter von 6 – 24 Monaten können Babys eine große Menge Gebärden  lernen, Beobachtungen bei hörenden Kindern gehörloser Eltern zeigten, dass diese Kinder noch vor dem ersten Geburtstag bis zu 70 Gebärden benutzten, während ihre Alterskollegen gerade mal 10 Wörter sprechen konnten. Der Grund hierfür ist einfach: die motorische Entwicklung der Hände und Arme ist der der fürs Sprechen benötigten Muskulatur um einiges voraus.


So kann man mit Gebärden die lange Zeit überbrücken, in der der Verstand der Babys schon soviel will, die Kleinen es bloß noch nicht artikulieren können. Um wie viel früher kann unser Kind winken, als „Tschüß“ sagen!!!

In den USA und England gab es einige Langzeitstudien zu der Entwicklung normal hörender Babys, denen Baby-Gebärden beigebracht wurden. Hier sei nur gesagt, dass alle Untersuchungen den Kindern einen Vorsprung auf dem Gebiet der Sprachentwicklung, der Intelligenz und der motorischen Entwicklung bescheinigen konnten.

Hier die Autoren der Studien:

Dr Linda Acredolo und Dr Susan Goodwyn (California University)
Dr Joseph Garcia
Dr Marilyn (Pennsylvania State University)
PH.D. Michelle E. Anthony
PH.D. Reyna Lindert

Julika, 2,5 Jahre, zeigt die Schnurrbarthaare für "Katze"
Julika, 2,5 Jahre, zeigt die Schnurrbarthaare für "Katze"
Der Fotoapparat, der in diese Tasche gehört...
Der Fotoapparat, der in diese Tasche gehört...
...ist "weg"! (Jakob, 11 Mon.)
...ist "weg"! (Jakob, 11 Mon.)

Wer jetzt befürchtet, dass Babys, die mit Gebärden „sprechen“ lernen, es nicht nötig haben, richtig zu sprechen, der sei wieder an das „Winke-Winke“ erinnert: ich denke, uns allen wurde als Baby das Winken beigebracht,  und trotzdem können wir alle durchaus verständlich „Tschüß“ oder „Auf Wiedersehen“ sagen!

Vom wissenschaftlichen Aspekt her: Studien aus England und Amerika (wo Baby-Gebärden seit weit mehr als 10 Jahren so populär sind, wie hierzulande Babyschwimmen oder Pekip-Kurse) zeigen, dass diese Babys nicht nur ebenso sprechen lernen, wie ihre nicht-gebärdenden Kollegen, sondern sogar früher anfangen zu sprechen, früher 2-Wort Sätze bilden und Jahre später noch einen Vorsprung in der Sprachentwicklung aufweisen.

Dieser Vorsprung lässt sich dadurch erklären, dass die Kinder um Monate früher in der Lage sind, zu erfahren, dass sie sich der Welt mitteilen können, über Dinge mit anderen Menschen sprechen können, und daher Verknüpfungen im Gehirn um einiges früher gebildet werden. Und ein Vorsprung von ein paar Monaten macht in einem Alter von gerade mal ein paar Monaten einiges aus!


Dazu arbeitet beim Verarbeiten von „gesehener“ Sprache nicht nur die linke Gehirnhälfte (Sitz des Sprachzentrums) mit, sondern auch die rechte, so dass die Verknüpfungen im Gehirn noch nachhaltiger vonstatten gehen.

Das Erlernen von Baby-Gebärden macht also nicht nur Spaß, vermindert das Vorkommen an Missverständnissen und daraus folgendem Wutgeschrei, es fördert die Kinder in ihrer Entwicklung.

Ebenso wird auch die Eltern-Kind-Beziehung durch vermehrte Kommunikation gestärkt und nicht zuletzt entwickeln die Kinder ein gesteigertes Interesse an Büchern, denn es macht ungeheuer Spaß mit einem gebärdenden Kind zusammen Bücher anzuschauen – sicher wird es Ihnen da nicht anders gehen!

Einen besonderen Schwerpunkt in der Entwicklung der Sprache hat die Kommunikation mit Gebärden natürlich auch für geistig oder körperlich entwicklungsverzögerte Kinder. Hierzu können wir bei Interesse spezielle Wochenend-Seminare anbieten. Natürlich ist es ebenso möglich, mit einem entwicklungsverzögerten Kind an einem regulären Kurs teilzunehmen!


Ebenso kann man den Spracherwerb für Kinder mit Lern- oder Sprachschwierigkeiten, und natürlich auch für zweisprachig aufwachsende Kinder hervorragend durch Gebärden unterstützen.